Eigentlich ist es ja nur positiv zu sehen, wenn Onlinemarketing auch von Organisationen wie dem World Wide Fund for Nature (Umwelt-Stiftung WWF) benutzt werden. Google AdWords, E-Mail-Marketing mit Newslettern und andere Maßnahmen können dazu beitragen, neue Mitglieder, Geldspenden oder Unterstützer jeder Form zu finden. Die in Onlinemarketing gesteckten Gelder sind also im Normalfall als gute Investition mit sinnvoller Rendite zu sehen.

Zentrale Voraussetzung ist aber, dass die Maßnahmen professionell durchgeführt werden. Sonst sind die investierten Summe schnell rausgeschmissenes Geld (und leider meist auch noch verschwendete Spendengelder).

Ein leider negatives Beispiel, nämlich die unnötige Verschwendung von Spendengeldern, zeigt derzeit der Umweltstifung WWF:

Er schaltet auf das Suchwort „WWF Newsletter“ Google AdWords-Anzeigen (siehe Screenshot 1 unten). Das ist aber auf zweierlei Arten verschwendetes (Spenden-)Geld:

1. Völlig unnötige AdWords-Anzeige – man hätte es umsonst haben können.

WWF verschwendete Spendengelder für unnötige Google AdWords Anzeige

WWF verschwendete Spendengelder für Google AdWords

Mit der Domain wwf.de, die der Organisation gehört, ist die Seite zum Newsletter sowieso schon auf Platz 1 der natürlichen Suchergebnisse bei der Suchphrase „WWF Newsletter“. Der WWF hätte eigentlich keinerlei Kosten und wäre trotzdem auf Platz 1 bei diesem Suchbegriff. Derzeit schaltet der WWF aber eine Google AdWords-Anzeige, die an oberster Stelle erscheint. So macht er mit einer kostenpflichtigen Anzeige seinem eigenen (für ihn kostenfreien) Eintrag Konkurrenz. Sprich: der WWF bezahlt für Nutzer aus Google, die er sowieso und kostenfrei bekommen hätte.

2. Nicht existierende Zielseite – Werbegelder nutzlos verpufft.

Nicht existierende Seite nach Klick auf Google AdWords Anzeige des WWF

Nicht existierende Seite nach Klick auf Google AdWords Anzeige des WWF

Jetzt wird es noch schlimmer: Klickt man die die Google AdWords Anzeige bekommt man die Meldung, dass die betreffende Zielseite gar nicht existiert (siehe unten Screenshot 2). Heißt: Der WWF bezahlt für den Klick eines Nutzers und hat noch nicht mal einen positiven Effekt daraus (was bei dem kostenfreien Link in den natürlichen Suche der Fall gewesen wäre).

Die Verantwortlichen beim WWF sollten hier entweder ihrer Agentur oder dem zuständigen Mitarbeiter einmal kräftig auf die Finger klopfen, den sie verschwenden hier Spendengelder völlig nutzlos und fördern nur Google – statt guter Projekt im Naturschutz.

P.S.: Wichtiger Hinweis zum Schluss: Dieser Blog-Beitrag soll auf keinen Fall den WWF insgesamt oder dessen Umgang mit Spendengeldern schelten. Gelder (auch Spendengelder) für Onlinemarketing auszugeben ist grundsätzlich positiv und ich hoffe, bei dem beschriebenen Fall handelt es sich um einen Einzelfall.

Vielmehr ist obiger Beitrag eine Anklage an die betreffende Agentur oder den umsetzenden Mitarbeiter im WWF (ich weiß leider nicht, ob das Inhouse oder extern betreut wird). Gerade für Organisationen, die mit Spendengeldern umgehen, ist bei Ausgaben für Onlinemarketing ein höchst professionelles Arbeiten gefragt. Oben aufgezeigter Fehler ist wo gravierend, dass man davon aber nicht mehr sprechen kann.