QR Codes sind ja scheinbar so einfach – im Onlinegenerator URL eingeben und QR Code auf die bereits fertige Zeitschriften-Anzeige aufbringen. Aber so einfach ist es nur scheinbar. Manchmal kommt dann nach Abdruck der Anzeige das böse Erwachen: der QR Code lässt sich mit einem großen Teil der Barcode-Scanner gar nicht lesen. Die Anzeige war eine (teilweise) Fehlinvestition und potentielle Kunden sind verärgert. Dabei hatten doch mehrere Mitarbeiter die QR Code Grafik getestest, bevor diese dem Grafiker geschickt wurde ….

Was ist schief gelaufen? Ganz einfach: ein QR Code muss immer exakt im originalen Umfeld getestet werden. Wahrscheinlich haben die Mitarbeiter den Code am Bildschirm oder ausgedruckt auf weißem Papier getestet, während der Anzeigengrafiker ihn dann auf eine dunkle fläche gesetzt hat. Der Grafiker hatte wahrscheinlich kein Fach-Know-How in digitalem Marketing und hat die so genannte Quiet Zone nicht gekannt.

Ein Blick in die Definition von QR Codes in ISO/IEC 18004:2000(E) zeigt das genaue Problem auf: zu einem QR Code gehört immer auch diese Quiet Zone, also ein Rahmen um die eigentlichen Datenfelder, der in der selben Farbe sein sollte, wie die hellen Datenblöcke des eigentlichen Codes.

QR Code mit und ohne Quiet Zone

Beides exakt gleiche Datenmuster, linker Code funktioniert aber schlecht bis gar nicht, rechter Code dagegen sehr gut.

Das Bild rechts zeigt den Unterschied. Es ist beides mal exakt der gleiceh QR Code, also exakt die gleichen Blockmuster. Aber der links abgebildete QR Code hat ein Problem: er wir von sehr viele Barcode-Scannern nicht oder nur sehr schwer lesbar sein. Der rechte Code hat lediglich einen zusätzlichen weißen Rahmen – und schon funktioniert der Code perfekt und ohne Fehler.

Möglicherweise hatte der Grafiker in obigem Beispiel seine Anzeige und den QR Code darauf sogar mit dem eigenen Handy erfolgreich getestet. Er hatte aber zufällig einen Barcode-Scanner, der so programmiert ist, dass er über den offziellen QR Code Standard hinaus auch Codes ohne Quiet Zone erkennt. Alle anderen Nutzer (und damit leider die Leserinnen und Leser der Zeitschriftenanzeige) hatten aber Barcode-Scanner, die den Code ohne Quiet Zone nicht mehr lesen konnten.

Es heißt für professionelles Marketing aus diesem Beispiel Konsequenzen zu ziehen:

  • QR Codes immer mit Quiet Zone abdrucken
  • Immer nochmal Fachleute mit ausreichend Erfahrung im Digital-Marketing über die Kampagne schauen lassen, bevor sie veröffentlicht wird (bzw. diese idealerweise bereits in der Konzeptphase mit einbeziehen). Es gibt viel zu viele Details, die übersehen werden können, obwohl QR Codes auf den ersten Blick so einfach erscheinen.

QR Seminar, auch zu nicht funktionierenden QR Codes:

Noch mehr praktische Tipps und umfangreiches Fachwissen rund um QR Codes vermittelt Ihnen der Autor diese Weblogs in seinem Seminar „QR Codes professsionell im Marketing nutzen„, das in vielen Städten Deutschlands stattfindet.