Klöster sind für vieles bekannt: für ihren Glauben, angenehme Begegnungen, einen Platz zum Ruhe finden oder auch ihr Bier. Aber Onlinemarketing? Meine Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass sich so manches Unternehmen hier ein Vorbild nehmen könnte.

Beispiel 1: Franziskusschwestern Vierzehnheiligen

Startseite Franziskusschwestern-Vierzehnheiligen.de am 11.03.2013

Schon sehr lange haben die Franziskusschwestern eine Website. Schon länger, als so manches Unternehmen. Als vor einigen Jahren die Frage nach einem Relaunch der Website anstand, haben wir mit dem Team der Internetagentur MagList OnlineManagement ein Typo3 als CMS empfohlen. Schnelle und einfach Aktualisierung der Website auch ohne technische Kenntnisse waren ein Argument.

Dieses Argument, einfach uns schnell die Website aktuell zu halten, zählt für Unternehmen mindestens genauso. Erwarten die Kunden doch genau das. Trotzdem dümpelt so manche Website nach dem Start der Wirklichkeit hinterher. Die aktuelle Preisliste ist nicht hochgespielt, geänderte Personalien werden erst sehr spät ausgetauscht und so weiter.

Was für ein Vorbild die Schwestern von Vierzehnheiligen: oft sind die Fotos vom Fest am Nachmittag schon am Abend im Netz (da freuen sich die Besucher, die Bilder schon am Abend nach ihrer Heimkunft ansehen zu können). Kaum kommen die ersten Schneeglöckchen heraus (was die letzten Tage der Fall war), schon wird man auf der Startseite mit einem entsprechenden Frühjahrsbild begrüßt.

Wäre das Kloster ein Unternehmen und die Besucher Kunden würde man sagen: so muss Kundenservice und Kundenbindung aussehen (abgesehen davon: auch ein Kloster will damit („Marketing-„)Ziele erreichen, von neue Schwestern gewinnen über Spenden bis zu Freundeskreis halten).

Beispiel 2: Mobile Marketing Kloster Loccum

Rückseite und Vorderseite der Broschüre Kloster Loccum 850 Jahre

Was machen viele Unternehmen mit QR Codes? Selbst große Firmen leisten es sich immer noch, nur Links auf die normale (Destop-)Website zu setzen und so Kunden zu verärgern. Besser wäre es, ihm Zusatznutzen grafisch sinnvoll für das Smartphone aufbereitet anzubieten.

Nachdem ich in diesem Weblog immer wieder über QR Codes schreiben (und leider viel kritisieren muss) habe ich die am Samstag im Zug gefundene Broschüre zum Kloster Loccum natürlich auch gleich probiert.

Und, oh Überraschung: im Gegensatz zu vielen (von teuren Agenturen) erstellten Unternehmensbroschüren kommt hier ein QR Code zum Einsatz, hinter dem wirklich eine auf Smartphones optimierte mobile Internetseite liegt.

Da macht das Kloster vor, was viele Unternehmen und Agenturen noch lernen müssen.

Zufall oder Konsequenz?

Ich frage mich: ist es nur Zufall, dass diese beiden Klöster so ein interessantes Vorbild im Onlinemarketing sind? Nun, vielleicht ja nicht.

Eines haben Klöster sicherlich: sie schauen nicht nur auf Oberflächliches, sondern sie gehen Dinge konsequenter an. Und sie haben ein besonderes Menschenbild. Sie schauen auf den Menschen und es geht Ihnen um den Menschen (das ist das, was Unternehmen auch „Zielgruppe“ nennen).

Und auch Klöster wollen über sich informieren. Sie wollen neue Ordensmitglieder gewinnen, religiöse Menschen auf sich aufmerksam machen, über ihre Angebote und Hilfen informieren, sich ein Image (eine „Marke“) aufbauen und ggfls. auch Spenden sammeln. Die Empfänger diese Botschaften heißen zwar nicht „Kunden“ und man macht kein „Marketing“. Aber scheinbar weiß man in den Klöstern sehr wohl, wie man Menschen richtig anspricht – auch und gerade mit moderne. Und man ist konsequent in der Umsetzung statt – wie so viele Firmen – nur auf oberflächliche Trends zu setzen.

Ich kann nur sagen: Klöster sind moderner, als viele glauben. Nehmen Sie sich ein Beispiel daran. Es wird Ihrem Unternehmen gut tun.