Drei AdWords-Anzeigen mit verschiedenen Arten von Bewertungen

Drei Arten Bewertungen in AdWords: Verkäuferbewertung, Rezensionserweiterung, mit Text-Platzhaltern

Bewertungen beeinflussen Kaufentscheidungen. Sie sind daher ein wichtiges Element für erfolgreichen E-Commerce. Das hat auch Google erkannt und zwei Mechanismen zu Bewertungen in AdWords eingebaut: Verkäuferbewertungen und Rezensionserweiterungen. Sie steigern die Klickrate (CTR – Click Through Rate) deutlich. Wir zeigen im Folgenden, wie diese beiden AdWords-Erweiterungen funktionieren.

Allerdings sind sowohl die Verkäuferbewertung als auch die Rezensionserweiterung stark eingeschränkt: sie können teils vom Werbetreibenden gar nicht beeinflusst werden, teils werden sie auf mobilen Endgeräten gar nicht angezeigt. Und Bewertungen einzelner Produkte sind damit sowieso nicht machbar.  Deshalb stellen wir eine dritte Alternative vor, die wesentlich flexibler und universeller ist, als alles von Google gebotene: die Einbindung von Bewertungen von Ihrer Website direkt in den Anzeigentext mittels Platzhaltern und AdWords Parametern.

Übersicht: Bewertungen in AdWords

Die drei genannten Lösungen für Bewertungen in AdWords-Anzeigen besprochen wir im Folgenden noch in allen Details. Hier soll zuerst einmal ein Überblick mit Vorteilen und Nachteilen geschaffen werden.

Einfluss des
Werbetreibenden
Anzeige Auffälligkeit Flexibilität Verfügbarkeit
Verkäuferbewertung * unsicher *** * alle (Desktop, Tablet, Mobile)
Rezensionserweiterung ** oft ** ** nur Desktop
Anzeigentext-Parametern
mit Skripten
*** immer ** *** alle (Desktop, Tablet, Mobile)

Mit dieser Übersicht können Sie jetzt entscheiden, welche Art der Bewertungseinbindung(en) für Ihr Marketing die Richtige(n) sind.

1. Verkäuferbewertung als Anzeigenerweiterung

Die optisch auffälligste Art von Bewertungen sind die so genannten Verkäuferbewertungen. Sie werden als gelb-goldene Sternchenbewertung innerhalb der AdWords-Anzeigen abgebildet und fallen sofort ins Auge. Sie ist auch die begehrteste – weil wirkungsvollste – Bewertung, die in AdWords angezeigt werden kann. Außerdem werden sie auf allen Endgeräten angezeigt. Die Wirkung: bis zu 5% höhere Klickraten und eine Bevorzugung der Anzeige im Auktionsmechanismus.

Wie der Name auch bereits sagt, bezieht sie sich immer auf Ihren Webshop bzw. den Verkäufer als Ganzes. Das ist auch eine der wichtigen und bedeutenden Einschränkungen: Bewertungen einzelner Produkte, die Sie in Ihrer AdWords-Anzeige eventuell hervorheben wollen, sind überhaupt nicht möglich.

Die zweite, fast noch wichtigere Einschränkung: als Werbetreibender hat man praktisch keinen Einfluss darauf, ob eine solche Verkäuferbewertung angezeigt wird oder nicht, da es sich um eine so genannte „automatische Anzeigenerweiterung“ handelt.  Sie können im Backend von AdWords also gar nichts zu diesen Erweiterungen einstellen oder aktivieren, um die begehrten Sternchen zu erhalten. Die Ergänzung Ihrer Anzeige um die Bewertungssternchen obliegt ganz alleine der Entscheidung des Google-Algorithmus – ob sie es wollen oder nicht.

Voraussetzungen für die Anzeige von Verkäuferbewertungen

Allerdings gibt es Voraussetzungen, die Sie erfüllen müssen, um überhaupt eine Chance auf eine angezeigte Verkäuferbewertung zu erhalten. oder anders herum gesagt: Sie können die Verkäuferbewertung verhindern, wenn Sie diese Anforderungen nicht erfüllen. Leider passiert das viel zu häufig  bei Webshop-Händlern unbewußt und ungewollt.

  • Verkäuferbewertungen müssen (bei Google) vorliegen.
    Zuerst einmal hat Google natürlich verschiedene interne Quellen, in denen es eigene Bewertungen von Händlern hat. Die wichtigste ist natürlich die Auszeichnung „Google zertifizierter Händler“. Alle Händler, die dieses Zertifikat besitzen, haben eine große Chance, dass bei ihren AdWords-Anzeigen auch Verkäuferbewertungen angezeigt werden. Aber auch andere Google-Quellen, wie z.B. Umfragen auf der Google Marktforschungsplattform oder StellaService. Letzteres ist ein zwar Google gehörendes, aber prinzipiell unabhängiges Unternehmen, das Kundenbetreuung, Versandablauf und Retourenhandlung bewertet. Eine Bewertung durch Stella kann man übrigens bei Google beantragen.
    Darüber hinaus übernimmt Google auch von einer Vielzahl von Drittanbietern Verkäuferbewertungen. In Deutschland sind hier insbesondere TrustedShops, eKomi oder Shopauskunft bekannt (eine vollständige Liste findet sich bei Google). Achtung aber: bei manchen Anbietern muss die Übermittlung der Bewertung an Google erst freigeschalten werden und erfolgt nicht automatisch. Bei TrustedShops ist beispielsweise ab dem Standardpaket die Google Integration mit enthalten.
  • Ausreichend Bewertungen vorhanden
    Google schaltet die Verkäuferbewertung nicht sofort. Es müssen für Ihre Website innerhalb der letzten 12 Monate mindestens 30 Kundenbewertungen (und zwar von verschiedenen Nutzern) vorliegen. Dabei müssen mindestens 10 davon in der Zielsprache desjenigen vorliegen, der die AdWords-Anzeige auf der SERP (Suchergebnisseite) gezeigt bekommen soll.
  • Bewertungen müssen gut genug sein
    Google gibt an, dass der Durchschnitt aller Bewertungen mindestens 3,5 Sterne sein muss. Die Praxis zeigt allerdings: die meisten Anzeigen mit Verkäuferbewertung haben 4,5 oder mehr Sterne – oft 4,7, 4,8 oder 4,9. Sie sollten sich also um eine sehr gute Bewertung durch Ihre Kunden bemühen, um eine Chance auf Einblendung der Verkäuferbewertung-Anzeigenerweiterung zu haben.
  • Richtiger Kampagnentyp
    Prüfen Sie zur Sicherheit auch nochmal, welchen Kampagnentyp Sie in AdWords eingestellt haben. Nur wenn dieser auf das Google-Suchnetzwerk ausgerichtet ist, kommen Verkäuferbewertungen überhaupt in Frage. Das sollte aber in den meisten Fällen selbstverständlich sein.

Haben Sie alle diese Voraussetzungen erfüllt, ist die Anzeige von Verkäuferbewertungen zwar nicht garantiert. Sie haben dann aber alle Voraussetzungen erfüllt, um von Google in Betracht gezogen zu werden und die Wahrscheinlichkeit ist nicht die geringste, dass Ihre Anzeigen nicht immer, aber immer wieder mit Sternen erweitert werden.

Achtung: in letzter Zeit scheint Google Tests zu machen, die Bewertungen nicht mehr in Form von Sternen anzuzeigen, sondern als einfachen Text. Hier ist abzuwarten, ob das nur kurzzeitige Test sind oder ob Google das – weil es sich bewährt – allgemein so einführen wird.

2. Die Rezensionserweiterung

Mehr Kontrolle über Ihre Anzeigen haben Sie mit der Rezensionserweiterung. Liegen Ihnen Bewertungen und Besprechungen Dritter zu Ihrem Unternehmen, Ihrem Shop oder Ihren Produkten vor, dann können Sie diese auf diesem Weg in die Anzeigen mit einbeziehen. Hat beispielsweise ein Onlinemagazin oder ein hochwertiger Weblog Ihr Angebot positiv bewertet, zeigen Sie das als Zitat oder Umschreibung in eine rzusätzlichen Zeile mit an.

So haben Sie einen doppelten Vorteile: einerseits wird der von der Anzeigen auf den Suchergebnisseiten insgesamt belegte Platz größer und sie zieht damit schon optisch eine größere Aufmerksamkeit auf sich. Zum anderen erhöht der psychologische Effekt des Social Proof die Wahrscheinlichkeit, dass die Anzeige aufgrund der positiven Bewertung auch angeklickt wird. Google gibt an, dass durch Rezensionserweiterungen die Klickrate um bis zu 10% gesteigert werden kann.

Ein weiterer Vorteil: sie haben unter Kontrolle, was angezeigt wird. Denn nur diejenigen Rezensionen, die Sie im AdWords-Backend auch als Anzeigenerweiterung eingeben, werden auch genau so angezeigt. Außerdem können diese Erweiterungen für Kampagnen oder auch für einzelne Anzeigengruppe festgelegt und so exakt auf die Anzeigen und Keywords auswählen, zu denen die Rezensionen auch passen.

Eine Garantie für die Anzeige der Rezensionserweiterung gibt es aber nicht: wie bei allen Anzeigenerweiterungen behält sich Google vor, diese anzuzeigen oder auch nicht. Der Algorithmus wird einfach verschiedene Varianten ausprobieren und anhand des Klickverhaltens der Suchenden analysieren, ob sie positiv wirkt. Ist das der Fall, ist die Wahrscheinlichkeit aber hoch, dass sie auch wirklich angezeigt wird.

Und es gibt noch eine wichtige andere Einschränkung: die Rezensionserweiterungen werden nur auf Desktop-Computern ausgespielt. Auf Smartphones oder Tablets werden sie grundsätzlich nicht angezeigt. Gut die Hälfte des Suchvolumens geht dadurch verloren und kann leider auf diesem Weg nicht angesprochen werden.

So geben Sie Rezensionserweiterungen ein

Um eine Rezensionerweiterung einzugeben, wählen Sie zuerst die Kampagne oder Anzeigengruppe, für deren Anzeigen Sie die Anzeigenerweiterung ausgeben möchten. Jetzt klicken Sie auf den Reiter „Anzeigenerweiterungen“ und wählen im ersten Auswahlfeld darunter „Anzeigen: Rezensionserweiterungen“ aus.

Maske zur Auswahl von Rezensionserweiterungen in AdWords

Hier klicken Sie auf den roten Button „+ERWEITERUNG“, um die Verwaltungsmaske für Rezensionserweiterungen zu öffenen. Auf der linken Seite finden sie dort eine Liste sämtlicher Rezensionserweiterungen, die sie in Ihrem Account schon einmal verwendet haben. Auf der rechten Seite steht dagegen die Liste mit denjenigen Rezensionserweiterungen, die der aktuell ausgewählten Kampagne (oder Anzeigengruppe, je nachdem, was Sie vorher ausgewählt hatten) zugeordnet sind.

Um eine neue Rezensionerweiterung hinzu zu fügen, gibt es unterhalb der linke Liste einen Button „+ Neue Rezension“. Klicken Sie diesen an und füllen Sie das folgende Formular aus:

Eingabemaske für Rezensionserweiterungen in AdWords

Unter Format legen Sie fest, ob der im Feld „Text“ eingegebene Text ein direktes Zitat oder eine allgemeine Umschreibung ist. Erfahrungsgemäß wirkt ein direktes Zitat, das die Dritt-Bewertung gut auf den Punkt bringt, hier am besten. Übernehmen Sie z.B. eine Textstelle aus der Quelle und geben Sie diese hier ein.

Im Feld Quelle geben Sie an, wer die Rezension bzw. Bewertung vorgenommen hat. Das kann ein Zeitschriftentitel, der Name eines Weblogs oder der bewertenden Website sein. Wichtig: der Name der Quelle mit mit der Domain übereinstimmen. Hat dieses z.B. die Website unter www.dasTopMagazin.de, wo muss als Name der Quelle auch „Das Top Magazin“ eingegeben werden.

Unter der Quell-URL geben Sie schließlich den direkten Link auf diejenige Internetseite an, auf der die Rezension auch zu finden ist. Es genügt hier nicht, auf die Startseite einer Domain oder auf eine Übersichtsseite zu verlinken. Der Nutzer muss mit einem Klick über diese Quell-URL die dargestellt Bewertung des Drittanbieters direkt erreichen können.

Schließlich können Sie noch – sofern eine Bewertung nicht dauerhaft verfügbar ist – noch ein Start- und Endedatum eingeben. Google wird die Rezensionserweiterung dann außerhalb dieses Zeitraums nicht verwenden.

Rezensionerweiterung von Google genehmigen lassen

Jede Rezensionserweiterung, die Sie angelegt und gespeichert haben, wird jetzt von Google geprüft. Das ist ein ähnlicher Mechanismus, wie er für alle anderen Anzeigenerweiterungen und ja auch für alle Anzeigentext angewendet wird.

Stimmt jetzt der Name der Quelle nicht mit der Domain der Quell-URL überein, ist die Rezension als selbst erstellt oder gekauft zu erkennen oder ist die Quelle zu unbedeutend oder nicht vertrauenswürde, wird Google die Rezensionserweiterung ablehnen.

Nache einer Genehmigung können Sie sich aber über eine zusätzliche Zeile in Ihren Anzeigentexten freuen und die positive Bewertung eines Dritten wirkt jetzt nicht nur auf dessen Website, sondern auch noch in Ihren AdWords-Anzeigen. Eine bessere Klickrate (CTR), in der Folge ein besserer Qualitätsfaktor und sogar niedrigere Klickpreise sind die Belohnung.

3. Bewertungen in Headline und Anzeigentext über AdWords-Parameter

Die beiden bisher betrachteten Alternativen haben klare Nachteile: man hat entweder kaum Kontrolle darüber und sie beziehen sich immer nur auf den Webshop als Ganzes (Verkäuferbewertungen). Oder sie haben keine Sternchen und werden auf mobilen Endgeräten erst gar nicht angezeigt (Rezensionserweiterungen). Außerdem garantiert Google in keinem der beiden Fälle dass, die Bewertungen auch wirklich angezeigt werden. Deshalb wollen wir jetzt eine Alternative vorstellen, bei der sie volle Kontrolle über die angezeigte Bewertung haben, sich diese auch auf Einzelprodukte beziehen kann und sie immer in allen Anzeigen auf allen Geräten zu sehen ist. Das könnte dann z.B. wie folgt aussehen:

Beispielanzeige mit Bewertung im Anzeigentext

Bewertungen per Platzhalter und Parametern in AdWords-Anzeigentexten

Vielen ist es gar nicht bekannt: in AdWords-Anzeigentexten kann man Platzhalter verwenden, an deren Stelle erst später zum Zeitpunkt der Anzeigenschaltungen dann vorgegebenen Werte angezeigt werden. So kann man den Inhalt von Anzeigen ändern, ohne die Anzeigentexte selbst zu bearbeiten. Und da das auch automatisch geht, können wir eine Bewertung von der Produktseite unseres Webshops einsetzen und immer aktuell in den Anzeigentext einsetzen.

Dazu müssen wir zuerst einmal den Anzeigentext mit Platzhaltern eingeben:

Eingabemaske für AdWords-Anzeigentext mit Beispiel für Platzhalter

Sie sehen hier im zweiten Feld die Eingabe von {param1}, die später durch die wirkliche Bewertung ersetzt werden wird. Neben {param1} ist alternativ (oder auch gleichzeitig) noch {param2} möglich. Andere Platzhalter sind nicht erlaubt, nur diese beiden. Allerdings können Sie diese nicht nur im Anzeigentext, sondern auch in Headlines oder der Display-URL verwenden.

Parameter in AdWords – unsichtbar aber vorhanden

Buchtitel "Dynamische AdWords-Anzeigen mit Parametern und Skripten"

Wetter, Bewertungen, Fussball und mehr in AdWords einfügen
Das in diesem Blogbeitrag dargestellt Wissen im 3. Abschnitts stammt aus dem Buch „Dynamische AdWords Anzeigen mit Parametern und Skripten“, das das vorgestellte Vorgehen noch mehr im Detail beschreibt, viele weitere Anwendungsideen liefert und fertige Skripte zum Download bietet.

Wie kommt jetzt aber der Wert in die Anzeige? Wo trägt man z.B. die Bewertung 4,8 ein, die dann an Stelle des Platzhalters im Anzeigentext erscheinen soll?

Vielleicht habe Sie schon im AdWords-Backend nach einem entsprechenden Eingabefeld für diese so genannten Paramter gesucht und nichts gefunden. Das ist nicht verwunderlich: es gibt sie dort überhaupt nicht, obwohl Paramter schon lange im AdWords-System existieren. Sie sind aber ausschließlich über die AdWords-API erreichbar.

Allerdings können wir auf diese AdWords-API auch aus Skripten zugreifen, die wir im AdWords-Backend eingeben und verwalten können. Und genau diesen Weg wollen wir im Folgenden gehen.

Zuerst müssen Sie also ein Skript anlegen. Das tun Sie im AdWords-Backend im Bereich „Bulk-Vorgänge / Skripts“. Klicken Sie dort auf den roten Button „+SKRIPT“, geben Sie dem Skript einen Namen und speichern Sie es ab. Google hat bei diesem Vorgehen automatisch eine Funktion main() angelegt, die immer dann aufgerufen wird, wenn Sie das AdWords-Skript ausführen. In diese Funktion können Sie jetzt eigenen Programmcode in Javascript integrieren.

Keyword-Parameter für Anzeigentext-Platzhalter setzen

Wir wollen jetzt per Skript die Werte für AdWords-Parameter setzen, damit diese dann in den Platzhaltern von Anzeigentexten eingefügt werden.

Im ersten Moment könnte man jetzt denken: wenn die Platzhalter in Anzeigentexten sind, müssen die Parameter per API auch bei den Anzeigen gesetzt werden. Dem ist aber nicht so: die Paramter werden bei den Keywords gesetzt. Der Google Mechanismus geht nämlich wie folgt vor: wird ein Suchwort auf google.de eingegeben, wird dieses mit den in AdWords gebuchten Keywords abgeglichen (inkl. Match-Optionen) und die Auktion zwischen mehreren Werbetreibenden durchgeführt. Zu denjenigen Keywords, die zu einer Anzeigenschaltung führen, wird jetzt ein Anzeigentext ausgewählt und zwar „igendeine“ Anzeige aus der gleichen Anzeigengruppe, in der sich das aktivierte Keyword befindet.

Im Rahmen dieses Mechanismus werden jetzt die AdWords-Parameter genutzt. Sie sind den Keywords zugeordnet und werden dann an den Anzeigentext für die Platzhalter übergeben. Prinzipiell könnte man also ein und die selbe Anzeige abhängig vom aktivierenden Keyword mit unterschiedlichen Werten für die Platzhalter versehen, wenn man eine passende Zuordnung von Anzeigen und Keywords über die Anzeigengruppen realisiert hat. In vielen Fällen ist es aber bessern, allen Keywords einer Anzeigengruppe die gleichen Parameter zuzuteilen.

Kommen wir jetzt aber zurück zum Skript: wir benötigen jetzt also über die API einen Zugriff auf die Keywords. Die API bietet uns dazu verschiedene Objekt, z.B. für Kampagnen, Anzeigengruppen, Anzeigen oder eben Keywords. Der folgenden Code selektiert z.B. eine bestimmte Kampagne anhand ihres Namens:

var campaignName = ‚Aktuelle Angebote‘;   // hier den Namen Ihrer Kampagne einsetzen
var campaignIterator = AdWordsApp.campaigns().withCondition(‚Name = „‚+campaignName+'“‚).get();
if(campaignIterator.hasNext()) {
var campaign = campaignIterator.next()
}

Das Objekt AdWordsApp ist dabei ein Objekt, das innerhalb von AdWords-Skripten automatisch vordefiniert ist und den Zugriff auf die AdWords-API bietet. Dort kann man über campaigns() alle Kampagnen abrufen, mit withCondition() bestimmte Kampagnen selektieren und diese mit get() abrufen (wir wollen hier ansonsten nicht näher auf die API an sich eingehen und verweisen auf die vielfältigen Quellen im Internet).

Von dem Kampagnenobjekt, das nach dem Ausführen dieses Codes in der Variablen campaign liegt, können wir jetzt die Anzeigengruppe abfragen. Das geht analog mit wenigen Zeilen Javascript-Code.

var adgroupName = ‚Angebote mit Bewertung‘;  // hier Namen Ihrer eigenen Anzeigengruppe einsetzen
var adgroupIterator = campaign.adGroups().withCondition(‚Name = „‚+adgroupName+'“‚).get();
if(adgroupIterator.hasNext()) {
var adgroup = adgroupIterator.next();
}

Die Variable adgroup enthält jetzt ein Objekt, das die Anzeigengruppe repräsentiert. Diese können wir jetzt nach den zugeordneten Keywords abfragen, die uns als ein Iterator geliefert werden. Um für alle Keywords der Anzeigengruppe die gleichen Parameterwerte zu setzen (d.h. die gleichen Werte für die Platzhalter einzusetzen, egal welches Keyword die Anzeigenschaltung ausgelöst hat), durchlaufen wir die Keywords dann in einer Schleife. Mit der Methode setAdParam() können wir dann die Parameterwerte festlegen.

var param1ToBeSet = ‚4,8‘;
var param2ToBeSet = “;
var keywordIterator = adgroup.keywords().get();
while(keywordIterator.hasNext()) {
var keyword = keywordIterator.next();
if(param1ToSet != “)
keyword.setAdParam(1, paramToSet[1]);
if(param2ToSet != “)
keyword.setAdParam(2, paramToSet[2]);
}

Beachten Sie bei diesem Code zwei Dinge: zum einen müssen Sie die Parameterwerte (obwohl nur Zahlen und keine Texte/Buchstaben zugelassen sind) immer als String übergeben. Das hat seinen Grund darin, dass durchaus Variationen wie ‚-4.8‘, ‚3/5′, ’35€‘ oder sogar ‚0,25/0,45‘ als Parameterwerte zugelassen sind. Wir wollen an dieser Stelle aber hier nicht näher darauf eingehen.

Zum anderen sehen Sie zwei Parameter die gesetzt werden. Der erste übergebene Funktionswert von setAdParam() darf nur die Zahlen 1 oder 2 annehmen und legt fest, welchem der beiden Parameter der übergebene Wert (im zweiten Funktionswert) zugeordnet werden soll. Diese Parameterwerte entsprechen dann auch den beiden Platzhaltern {param1} und {param2} in den Anzeigentexten. Mehr als diese beiden Parameter / Platzhalter sind in AdWords auch nicht vorgesehen.

Gratulation: Sie haben damit schon alles Know-How zusammen, um per Parameter wechselnde Werte in ein und den selben Anzeigentext einfließen zu lassen. Sie müssen im Code nur die Variable param1ToBeSet (bzw. param2ToBeSet) mit dem entsprechenden Wert belegen und das Skript einmal ausführen – schon erscheint Ihre Anzeige mit dem neuen Wert.

Bewertungen von der Website einlesen

Jetzt haben Sie nur noch ein Problem: die Bewertungen von Produkte in Webshops ändern sich laufend. Hier jedes mal den neuen Wert von Hand in das Skript einzutragen und dieses zu starten ist erstens sehr aufwändig und zweitens fehleranfällig. Deshalb sollten Sie die Bewertungen aus Ihrem Webshop automatisch einlesen. Auch das ist mit einem Skript leicht möglich.

Das Prinzip ist Folgendes: wir lesen per URL eine HTML-Seite ein. Im HTML-Code suchen wir dann nach der Bewertung, die idealerweise als schema.org-Bewertung gekennzeichnet ist (das ist aber keine Voraussetzung). Haben wir sie gefunden, lesen wir den aktullen Wert aus und können diesen dann als Parameter setzen.

Nehmen wir einmal die folgende Beispielseite (Achtung: kein funktionsfähiger Shop, nur Demo-Produktseite): http://www.ebriefing.de/buch/reihe-google-effizient/adwords-parameter/Webshop-Demo/Demo-Webshop-Produktseite.html. Das HTML dieser Seite laden wir uns in eine Javascript-Variable:

var url = „http://www.ebriefing.de/buch/reihe-google-effizient/adwords-parameter/Webshop-Demo/Demo-Webshop-Produktseite.html“;
var response = UrlFetchApp.fetch(url);
if(response.getResponseCode()==200) {
var seitenhtml = response.getContentText();
}

Auf dieser findet sich eine Bewertung, die in Form des folgenden Snippets im HTML zu finden ist:

<div class=“review“ itemprop=“aggregateRating“ itemscope=““ itemtype=“http://schema.org/AggregateRating“>
<span>Bewertung: </span>
<img src=“Demo-Webshop-Produktseite-Dateien/bewertungssterne.gif“>
<span itemprop=“ratingValue“>4,8</span> von 5 (ermittelt aus <span itemprop=“reviewCount“>123</span> Bewertungen)
</div>

Dieses Snippet müssen wir jetzt im HTML-Code, der sich in der Javascriptvariable seitenhtml befindet, suchen und (z.B. mittels eines regulären Ausdrucks) die aktuelle Bewertung extrahieren. Der folgende Code macht dies beispielhaft (sie müssen diesen nur individuell an die HTML-Struktur ihrer eigenen Website anpassen):

var snippet = seitenhtml.substr(seitenhtml.indexOf(‚<div class=“review“ itemprop=“aggregateRating“ itemscope itemtype=“http://schema.org/AggregateRating“>‘));
regex = /<span[^>]*?itemprop=“ratingValue“[^>]*?>([^<]*)<\/span>/gi
var ratingsnippet = snippet.match(regex);
if(typeof ratingsnippet === ‚object‘)
{ ratingsnippet = ratingsnippet[0]; };
param1ToBeSet = ratingsnippet.substring(ratingsnippet.indexOf(‚>‘)+1, ratingsnip-pet.indexOf(‚</‘));

Mehr braucht es nicht. Nach Ausführen dieses Codes enthält param1ToBeSet  die aktuelle Bewertung, die auch auf der Produktseite angezeigt wird.

Zeitplan festlegen

Nur eines müssen Sie noch tun: sicher stellen, dass Ihr Skript regelmäßig abläuft und die jeweils aktuellen Bewertungen Ihrer Website übernimmt. Dazu stellt Ihnen Google eine Zeitplanung für die Skriptausführung zur Verfügung. Wenn Sie im Menüpunkt Skripts sind, finden sie dazu recht neben jedem von Ihnen angelegten Skript einen Link „+ Zeitplan erstellen“. Die dortigen Einstellungen sind weitgehen selbsterklärend.

Wählen Sie für die Aktualisierung der Bewertungen eine Ausführung von taglich oder – wenn sich die Bewertungen öfter ändern – auch stündlich.

Je nach Bedarf: Bewertungen in AdWords

In diesem Artikel haben wir drei sehr unterschiedliche Arten kennen gelernt, um Bewertungen in AdWords-Anezigen zu bekommen. Alle haben sie Vorteile und Nachteile.

Die Verkäuferbewertung ist sicherlich die auffälligste Art der Bewertung, man hat darüber aber kaum Kontrolle und sie bezieht sich immer nur auf den gesamten Webshop.

Die Rezensionserweiterung bietet keine Sternchen, sondern nur Text und wir außerdem auf den wichtigen Mobilgeräten nicht angezeigt.

Bewertungen in Headline oder Text einfließen zu lassen ist zwar etwas aufwändiger, gibt Ihnen aber die größte Flexibilität aller Ansätze. Sie können Bewertungen mit Angabe von Sternen auch für Einzelprodukte anzeigen und die Anzeigen sind auf allen Geräten einheitlich zu sehen. Prinzipiell könnten Sie sogar noch eigenen Berechnungen, z.B. Durchschnittswerte für eine Produktkategorie, einbauen. Und nicht zuletzt wichtig: es ist die einzige Alternative, bei der die Bewertung auch wirklich in 100% aller Anzeigenausspielungen zu sehen sein wird.

Wählen Sie also die Ihren Anforderungen entsprechende Alternative für AdWords-Bewertungen – oder nutzen Sie einfach alle drei in Ergänzung.

P.S.: Weitere, über Bewertungen hinausgehende, Anwendungen von AdWords-Parametern (z.B. aktuelles Wetter oder Fußballergebnisse in AdWords-Anzeigen) sowie eine ausführlichere Darstellung auch des obigen Vorgehens finden Sie im Buch „Google effizient: Dynamische AdWords-Anzeigen mit Parameter und Skripten„.